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Endometriose - Das Selbsthilfebuch
Natürlich Gesund am 09.06.2026
09.06.2026

Endometriose - Das Selbsthilfebuch‘ heißt ein neuer Ratgeber der bei TRIAS erschienen ist. Geschrieben haben ihn vier Frauen aus verschiedenen Fachrichtungen: Annika Cost, Physiotherapeutin, Nicole Heinze, Ernährungs- und Gesundheitswissenschaftlerin, Heilpraktikerin Katharina Kubosch und die Sexual- und Paarberaterin Naila Rediske.
Expertin am Telefon ist die Physiotherapeutin Annika Cost. Endometriose ist weit verbreitet und wird oft erst nach Jahren diagnostiziert.
Fragen u.a.:
was ist das für eine Erkrankung?
welche Symptome sind es hauptsächlich?
wie wird Endometriose diagnostiziert und warum oft so spät?
was hilft?
wie ist das Buch aufgebaut, warum diese 4 Fachrichtungen?
Sprecher 1
Radio Paradiso mit der Sendung Natürlich Gesund. Ich bin Julia Nogli und unser Thema ist heute Endometriose. Gleich vier Frauen haben sich nämlich als Expertinnen zusammengetan und ein Buch darüber geschrieben. Endometriose, das Selbsthilfebuch, so heißt es. Eine davon habe ich jetzt am Telefon, Annika Kost, studierte Physiotherapeutin mit dem Schwerpunkt Endometriose und Beckenboden-Therapie. Hallo, ich grüße Sie.Sprecher 2Hallo, Frau Nogli.Sprecher 1Ja, früher hat man ja kaum mal was von Endometriose gehört. In letzter Zeit finde ich aber doch mehr. Warum ist das wohl so?
Sprecher 2
Ähm, ich glaube, dass jetzt einfach viel mehr betroffene Frauen, von denen es sehr, sehr viel mehr gibt, als man so auf den ersten Blick denkt, ich sag mal, lauter werden und durch soziale Medien sich natürlich auch viel einfacher vernetzen können und dadurch das Thema jetzt so ein bisschen mehr auf der Agenda ist. Auch insgesamt das Thema, dass ja Frauen in der Medizin immer noch deutlich benachteiligt werden und da wenig Forschung stattfindet. Und das ist, glaube ich, so ein insgesamt ein Aufschwung und da profitiert das Thema Endometriose auch von.
Sprecher 1
Mhm. Und was ist das für eine Erkrankung? Was geschieht da?Sprecher 2Da wächst, ähm, Gewebe, was der Gebärmutterschleimhaut ähnlich ist, außerhalb der Gebärmutter in Herden. Und, ähm, häufig sind diese Herde im Beckenbereich, aber die können theoretisch überall im Körper auftreten. Also es gibt, äh, keine, kein Gebiet, wo es noch nie einen Endometrioseherd gegeben hat. Ähm, und diese Herde sind ja Wucherungen, die können Organe schädigen und die machen leider ganz, ganz viele verschiedene Symptome, weil sie eben an so vielen verschiedenen Orten auftreten können. Ähm, häufig bekannt ist es für Regelschmerzen, sehr, sehr starke, intensive Regelschmerzen bis zu Ohnmacht, häufige Besuche in der Notaufnahme, aber Symptome sind, äh, sehr vielfältig.
Sprecher 1
Mhm. Und das macht's eben auch so schwierig. Ähm, wie wird es denn dann diagnostiziert? Also das hört man ja, dass es oft 'ne Weile dauert, bis es überhaupt mal 'ne Diagnose gibt.
Sprecher 2
Äh, sieben bis zehn Jahre ist aktuell der Durchschnitt, ähm, die die Frauen warten oder theoretisch könnten es auch Männer sein, aber statistisch gesehen deutlich häufiger natürlich Frauen, ähm, die die Betroffenen warten, bis sie diese Diagnose erhalten. Äh, also wirklich extrem lange, wenn man bedenkt, wie stark diese Erkrankung die Lebensqualität einschränkt. Ähm, ganz zuverlässig diagnostizieren kann man's bis heute, äh, ausschließlich über 'ne Operation, wo Gewebe entnommen und dann eingereicht wird und dann, äh, wird's untersucht und dann kann man sagen: Ja, das ist Endometriose. Äh, man kann es andersrum nicht ausschließen ohne diese Operation. Man kann es aber durchaus auch immer wieder auf Ultraschalluntersuchungen beispielsweise sehen, bestimmte Zysten, wo man dann sagen kann, das ist sehr, sehr wahrscheinlich Endometriose. Ähm, und auch von der, von der Symptomatik. Es gibt schon so klassische, sag ich mal, Symptomkombinationen plus ich hab da 'n Ultraschallbefund, der sehr danach aussieht, dass man sagen kann: Okay, das ist es jetzt sehr wahrscheinlich. Aber 'ne gesicherte Diagnostik, äh, gibt's aktuell nur über 'ne Operation.
Sprecher 1
Mhm. Und ja, Symptome, Sie sagten's eben schon, sehr starke Regelschmerzen. Das haben ja natürlich viele und das wurde früher auch oft so abgetan, ne. Das gehört eben dazu. Das ist so. Geh trotzdem zur Arbeit. [lacht]
Sprecher 2
Genau. Und bis heute ist das ja leider so. Also bis heute hab ich, ähm, in der Praxis Frauen sitzen, die mir von mehreren Situationen erzählen, wo sie eben über all diese Jahre Erfahrung gemacht haben, wo ihnen genau so was erzählt wird. Ja, nehmen Sie halt 'ne Ibo, es gehört dazu zum Frausein. Mein Gott, es ist doch nur ein, zwei Tage im Monat. Also da hört man sich oder viele Betroffene hören sich da wirklich schlimme Dinge an. Äh, und auch das ist 'n großes Problem, dass da einfach, äh, viele Betroffene nicht ernst genommen werden und deswegen dauert's eben auch so lange, weil man natürlich irgendwann auch aufhört, zum Arzt oder zu, in medizinische Einrichtungen zu gehen, wenn man immer wieder so abgewiesen wird und so nicht ernst genommen wird, ne. Also das ist tatsächlich 'n großes Problem, würd ich sagen.
Sprecher 1
Mhm. Genau, apropos großes Problem: Haben Sie 'ne Ahnung, wie viele davon betroffen sind und, und wer? Ist das schon ganz junge Mädchen sozusagen oder...?
Sprecher 2
Genau, ungefähr zehn Prozent, äh, aller Frauen, äh, sind betroffen, ist so die aktuelle Einschätzung und das fängt häufig schon mit der ersten Periode an, also auch schon junge, junge Frauen, M-Mädchen, je nachdem wann die Periode kommt. Es muss nicht ab der ersten Periode sein, aber bei vielen ist es so und bei vielen ist es so, dass man dann rückwirkend merkt, ah, vielleicht war's nicht ganz so schlimm, wie's jetzt zehn Jahre später ist, aber eigentlich, wenn man genau geguckt hätte, hätte man's vielleicht auch schon am Anfang merken können. Also die Schmerzen sind vielleicht am Anfang nicht ganz so intensiv gewesen, aber sie waren schon da. Verdauungsbeschwerden sind was, was sehr häufig mit, äh, im Zusammenhang mit Endometriose steht. Die waren vielleicht auch schon da, aber nicht so ausgeprägt. Oder man hat es auch vielleicht einfach gar nicht miteinander in Zusammenhang gebracht. Ja, nicht jede, jedes Mädchen, grad in dem Alter, hat ja den Gedanken, ah, okay, ich hab zyklusabhängig vielleicht auch Verdauungsbeschwerden. Das muss man ja erst mal sich selber kennenlernen, den Zyklus kennenlernen, den eigenen Körper kennenlernen, um das dann zu realisieren, dass da vielleicht Zusammenhänge bestehen.
Sprecher 1
Mhm. Ja, jetzt haben Sie da einen ganzen Ratgeber drüber geschrieben. Da geht's eher um diese Selbsthilfe. Wir lassen jetzt mal, äh, weg, was medizinisch da gemacht werden kann. Ähm, ja, was hilft?
Sprecher 2
Genau, also man muss einmal vorher der, ähm, der Fairness halber sagen, es ist aktuell eine chronisch unheilbare Erkrankung. Das heißt, auch mit Selbsthilfe wird man jetzt nicht diese Endometrioseherde irgendwie loswerden leider. Aber man kann, und das ist die gute Nachricht, wirklich extrem viel machen und es gibt viele Betroffene, die völlig symptomfrei damit leben können. Also wir haben jetzt die Bereiche abgedeckt, Ernährung von der Nicole Heinze, ich mach physiotherapeutische Arbeit und dann haben wir die Katharina Kubosch, die macht Naturheilkunde und Coaching und, äh, die Naila Rediske, die macht Sexualtherapie. Das sind jetzt mal so die Bereiche, die wir in diesem Ratgeber abgedeckt haben. Es gibt noch mehr, aber das sind, glaube ich, so die wichtigsten und größten. Ähm, das heißt, man kann ganz viel machen über die eigene Ernährung, weil man über die Ernährung eben die Verdauung logischerweise beeinflussen kann, aber auch das Entzündungsgeschehen im Körper. Und es ist 'ne chronisch entzündliche Erkrankung. Das heißt, Entzündungen spielen eine ganz, ganz große Rolle. Das heißt, da ist die Ernährung super wichtig. Ähm, dann haben wir den Beckenboden, dadurch, dass eben Schmerzen bei den meisten Betroffenen 'ne große Rolle spielen, chronische Schmerzen auch.Hat das Auswirkungen natürlich auch auf die Muskulatur. Also man hat sehr viel Spannung in der Muskulatur. Das beeinträchtigt dann wieder die Durchblutung, das beeinträchtigt die Verdauung. Die ganze Spannung kann dann irgendwann selber Schmerzen erzeugen. Das heißt, das Ganze verselbstständigt sich so ein bisschen. Da komme ich dann ins Spiel mit verschiedenen Atemübungen, mit Dehnübungen, mit erst mal Bewusstsein dafür schaffen. Ähm, dann haben wir Naturheilkunde. Was kann also an pflanzlichen Sachen unter, zur Unterstützung genutzt werden? Ähm, wie kann man sich selber coachen, damit umzugehen? Also wie kann man einen guten, gesunden Umgang mit der Erkrankung finden? Und dann Sexualtherapie. Ganz, ganz viele Betroffene leiden unter Schmerzen im Zuge der Sexualität. Das, ähm, kann bei Penetration sein. Das kann aber auch, ähm, beispielsweise ein Problem sein, überhaupt zum Orgasmus zu kommen oder da Schmerzen verbunden. Also da gibt es auch ganz viele Themen, die 'ne Riesenrolle spielen und da ist natürlich Sexualtherapie prädestiniert zu helfen.
Sprecher 1
Mhm. Ja, vielleicht dann noch mal in die einzelnen Dinge. Ernährung, was sind denn das für Beispiele? Das, also ich stelle mir vor, das ist das, was allgemein auch eine gute Ernährung ist, äh, pflanzenbasiert und so weiter. Oder Vollkorn oder was, was sind da so Tipps, wo man vielleicht gar nicht so drauf kommen könnte?
Sprecher 2
Doch, das muss man schon sagen. Also allgemein, je gesünder die Ernährung ist, umso besser. Also man muss, es gibt jetzt nicht die eine Endometriose-Ernährung, ähm, das sagt die Nicole auch ganz klar so im Buch, sondern es geht darum, für den eigenen Körper rauszufinden, okay, was sind vielleicht auch, ähm, Nahrungsgruppen oder einzelne Nahrungsmittel, die für mich Symptome auslösen, die für mich ein Träger sind, die mein Körper gerade irgendwie nicht gut verdauen kann. Und da dann zu schauen, die lasse ich vielleicht weg. Und wie kann ich Dinge austauschen beispielsweise von denen ich weiß, okay, die sind jetzt vielleicht nicht ganz so förderlich. Wie kann ich vor allem verarbeitete Lebensmittel möglichst aus meinem Speiseplan rauslassen, soweit das eben realistisch möglich ist, ohne da jetzt einen Perfektionsanspruch zu bekommen. Aber so allgemein, dass man sagt, ich lasse jetzt das eine weg, weil das ist jetzt bei jeder Betroffenen ein Träger für Endometriose-Symptome, das gibt es leider nicht. Aber wie Sie schon sagen, möglichst pflanzlich, möglichst vielseitig. So diese klassische mediterrane Ernährungsform, wie man sie eigentlich in vielen Zusammenhängen mit Gesundheit hört.Sprecher 1Mhm. Ja, und Physiotherapie, da fällt mir natürlich die typische Beckenbodengymnastik ein, äh, aber da gibt es noch mehr, ja. Also da kann man direkt auch Übungen machen und so. Es geht nicht nur darum, diesen Beckenboden zu trainieren oder wie?Sprecher 2Nee, genau. Also tatsächlich geht es genau darum, den Beckenboden möglichst erst mal nicht zu trainieren.
Sprecher 1Oh [lacht].
Sprecher 2
Das hört sich jetzt [lacht] immer ganz wichtig. Das ist nämlich das, was intuitiv die meisten denken. Ah, okay, sie macht Beckenboden, dann fange ich jetzt mal an zu trainieren. Manche haben vielleicht Kinder und erinnern sich noch aus der Rückbildung. Aha, okay, ich spanne den irgendwie so an und dann, ähm, ja, das versuche ich jetzt einfach mal. Man muss aber wissen, wer unter chronischen Schmerzen leidet, hat in der Regel auch zu viel Spannung im Körper. Ich mache immer gerne den Vergleich so vom Schulter-Nacken-Bereich, da kennen wir das besser, weil den, den, der ist präsenter im Alltag, ne. Wenn ich jetzt eine super stressige Woche in der Arbeit hatte und irgendwie zu Hause noch viel los ist und dann kriege ich so am Freitagnachmittag irgendwann so richtig fiese Kopfschmerzen und ich fühle so im Schulter-Nacken-Bereich und es ist steinhart. Wenn da jemand reingreift, tut es richtig weh. Sie können sich das wahrscheinlich ungefähr vorstellen, was ich meine.
Sprecher 1Ja [lacht].
Sprecher 2
So geht es auch dem Beckenboden von Endometriosebetroffenen. Der ist total angespannt, dauerhaft. Das merken die wenigsten Menschen, weil wir keine gute Verbindung zu unserem Beckenboden hat. Der liegt nun mal intern. Wir können ihn jetzt von außen weder sehen noch tasten. Man kann ihn tasten, aber man muss einen Finger einführen, um den tasten zu können. Das machen die wenigsten von uns regelmäßig. Deswegen haben wir das nicht so auf dem Schirm. Aber der wichtigste erste Schritt ist genau das, nämlich zu ändern, die Wahrnehmung zu schulen für den Beckenboden, den zu finden innerlich und dann zu lernen, ihn loszulassen und ihn zu entspannen. Denn wenn ich jetzt anfangen würde, auf diesen super angespannten Schulter-Nacken-Bereich eine super intensive Kraftübung zu machen oder Kräftigungsübung.
Sprecher 1
Würde man auch gar nicht auf die Idee kommen, ne [lacht].
Sprecher 2
Nee, ne. Ohne parallel zu merken, ah, wie kann ich den denn danach wieder entspannen? Dann ist das kontraproduktiv. Also erst muss die Wahrnehmung geschult werden, dann die Entspannungsfähigkeit und dann kann man im nächsten Schritt gucken, braucht's eine Kräftigung? Manchmal ist die Antwort darauf ja, aber nicht immer. Aber wichtig ist, dass man eben erst Wahrnehmung und Entspannung schult.
Sprecher 1
Mhm. Okay, und das ist wahrscheinlich auch dann, Sie sagten ja schon Atemübungen, vielleicht auch Richtung autogenes Training, also sich bewusst entspannt dahin fühlen und da loslassen, ja?
Sprecher 2
Genau und die Atmung, ähm, also Atmung hilft ja immer beim Entspannen, egal von welcher Muskelgruppe. Beim Beckenboden ist es aber so, dass das Zwerchfell, das ist ja der Hauptatemmuskel, der unter unseren Rippen sitzt wie so 'ne Kuppel und der Beckenboden ganz unten, die arbeiten eigentlich zusammen idealerweise. Also wenn ich tief einatme, dann senkt sich mein Zwerchfell ab und der Bauch wird dann oft wieder so ein bisschen größer, ne. Man kennt das, man kann, legt die Hand auf den Bauch und dann kann man fühlen, ah, ich atme ein, der Bauch, ähm, hebt sich so ein bisschen an und so sollte auch der Beckenboden sich bei der Einatmung bewegen, und zwar nach unten, um wie um Platz zu machen für die Luft. Und das ist für den Beckenboden die Entspannungsbewegung, ja, nach unten öffnen, loslassen. Das heißt, man kann die Atmung wirklich sehr konkret nutzen, um den Beckenboden eben so zum Öffnen und Loslassen zu bringen. Ähm, deswegen ist mir die Atmung so super wichtig, weil das eigentlich idealerweise, wenn man richtig in Anführungszeichen atmet, automatisch passiert. Das machen die wenigsten von uns. Die meisten atmen sehr weit oben im Brustkorb, flach und, ähm, ja, nur mit der, mit, mithilfe des Brustkorbs. Aber eigentlich idealerweise würden wir immer das Zwerchfell zum Atmen nutzen, tief in den Bauch atmen und dann würde der Beckenboden sich automatisch so ein Stück den Impuls bekommen, sich mit zu entspannen.
Sprecher 1
Ja, da kann man nur hoffen, es wäre wahrscheinlich dann besser, man wäre bei jemandem wie bei Ihnen, aber man kann es schon aus dem Buch vielleicht auch sozusagen erlernen oder sich dann auch woanders Hilfe holen. Was würden Sie denn generell empfehlen, wenn jemand das jetzt hört und ist noch gar nicht diagnostiziert, denkt aber schon länger, ich hab das vielleicht, hab's irgendwo mal gelesen oder gehört. W-was macht man denn eigentlich? Zur Frauenärztin, zum Frauenarzt gehen oder ...
Sprecher 2
Genau, das ist eigentlich so der erste Schritt und dann von dort 'ne Überweisung in ein Endometriosezentrum zu bekommen, ähm, weil da einfach geschultes Fachpersonal ist. Das ist, ähm, glaube ich, bei vielen Erkrankungen so. Man kann auch als Facharzt nichtProfi für jede einzelne Erkrankung sein, die ins Fachgebiet fällt. Äh, wenn man Glück hat, hat man 'nen Frauenarzt, 'ne Frauenärztin, die da supergut informiert ist, aber idealerweise geht man in 'n Endometriosezentrum. Dort kann man noch mal anders beraten werden. Die können dann schon mal Voruntersuchungen machen und mit 'ner sehr guten Anamnese sagen: „Ja, wir haben den Verdacht, das kann schon gut sein.“ Dann kann, können die auch dort beraten: Macht es Sinn, 'ne Operation durchzuführen? Ja, nein, warum? Ähm, das ist ja dann nicht nur diagnostisch, sondern auch therapeutisch, dass man eben diese Endometrioseherde entfernt, denn je nachdem, wo die sich befinden, kann das ja dann auch weitere Folgen haben. Aber der Weg ins Endometriosezentrum führt in der Regel über Frauenarzt oder Frauenärztin.
Sprecher 1
Okay. Und wenn man's denn hat und weiß und zu Ihrem Buch greift, was ja sinnvoll wäre, wie ist es so aufgebaut? Äh, erklären Sie da auch viel dazu?
Sprecher 2
Genau, also es ist, ähm, unser Anspruch war, dass es sehr praktisch ist. Also wir wollten wirklich, dass man sagt: „Ah, okay, ich kann jetzt wirklich Dinge umsetzen.“ Also es gibt dann ganz konkrete Übungen, zum Beispiel die Atmung fällt mir total schwer. Es fällt vielen schwer. Also davon nicht entmutigen lassen, wenn jetzt jemand zuhört und sich so denkt: „Oh verdammt, so weit nach unten kann ich überhaupt gar nicht atmen.“ Ähm, das geht. Man braucht 'n paar Tipps und Tricks und da sind dann ganz konkret Übungen drin, was ich machen kann, um mir das wieder zurückzuarbeiten. Also man wird nicht alleine gelassen mit: „Atme halt mal in den Bauch.“
Und wenn ich das nicht hinkriege, dann halt nicht, sondern da gibt's dann wirklich praktisch Übungen mit Anleitung: Was kann ich tun? Aber es gibt natürlich auch Hintergrundwissen, warum wir sagen, das und das und das ist hilfreich. Ich find immer, man braucht 'ne gute Mischung aus Verständnis, warum mache ich jetzt was, ähm, damit man's dann auch wirklich umsetzen kann und dann eben praktische Anleitung und praktische Begleitung, um auch wirklich in die Umsetzung zu kommen.
Sprecher 1
Mhm. Ja, nun sind Sie irgendwie darauf gekommen, sich mit den anderen Frauen zusammenzutun, darüber zu schreiben. Es gibt ja wahrscheinlich auch schon andere, ähm, Bücher, aber was ist Ihr besonderes Anliegen mit genau diesem Buch?
Sprecher 2
Unser Anliegen war, dass jede Frau so die Möglichkeit hat, wir beschreiben das auch im Buch, sich ihren eigenen Blumenstrauß an Tools und, äh, Übungen und, ja, hilfreichen Tipps und Tricks zusammenzustellen. Denn End, Endometriose ist einfach 'ne extrem vielseitige Krankheit und die ist niemals gleich bei zwei Personen. Und deswegen ist es ganz wichtig zu sagen, ich muss jetzt nicht eins zu eins jemand anderem folgen, weder dem, was ich jetzt sage, noch meine Kollegin, noch irgendwelche Influencerinnen bei Social Media, sondern ich pick mir bei jedem, mit dem ich spreche, das raus, was sich für mich und meinen Körper, meine Erkrankung, mein Leben und meine Ziele richtig und gut anfühlt, was für mich funktioniert. Und dann stelle ich mir wirklich meinen eigenen individuellen Blumenstrauß zusammen, um da so meinen Weg zu gehen. Also ich glaube wirklich, immer wieder zu sich selber zurückzukommen, ist so das Wichtigste, was, wo wir uns auch wirklich alle einig sind, fachbereichsübergreifend, dass das was ist, was man nicht vergessen darf, weil man oft so im Außen sucht, was ist das Nächste, was ich probieren kann, und das kann ich total verstehen. Aber Erfolg oder der größte Erfolg kommt dann, wenn man's schafft, immer wieder zu sich selber zurückzukehren, Augen zu schließen, in sich zu hören und zu horchen und zu fragen: Was brauche ich jetzt gerade? Was ist das Thema, was für mich gerade am relevantesten ist? Welche Symptome sind am stärksten ausgeprägt? Was sind meine Ziele und was brauche ich, um von A nach B zu kommen? Und das ist definitiv nicht alles, was es auf dem Markt gibt. Das kann nämlich manchmal auch übererschlagend sein, die ganzen Optionen, die man hat. Und man muss nicht alles machen, um Erfolg zu haben, sondern man braucht so 'n bisschen ausprobieren, bis man eben das findet, was für einen selber zusammen, ähm, zusammengestellt gut funktioniert.
Sprecher 1
Und zu finden sind diese Werkzeuge und Tipps in Endometriose, das Selbsthilfebuch, ein neuer Ratgeber, der bei Trias erschienen ist. Vielen Dank an Annika Kost und mehr Infos zum Buch hier auf www paradiso de. Einen gemütlichen Abend für Sie mit Radio Paradiso.