00:00
02:45
Ein Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller
  • Von der Seele reden

Die Gier schlägt zu in Deutschland

Von der Seele reden

25.05.2026

Von der Seele reden – der Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller, Politik- und Medienwissenschaftler und Vorstand der „Stiftung: Christliche Werte leben“.

Jeden Donnerstag um 20:45 Uhr im Radio und bereits vorab hier den ausführlichen Kommentar online hören. Mehr Infos zur Stiftung auf www.christlichewerteleben.de


Die Gier schlägt zu in Deutschland

Heute wollte meine Partnerin uns etwas Gutes tun und frische Brötchen vom Bäcker holen. Als sie wiederkommt, fragt sie mich, ob ich eine Vorstellung hätte, was ein Käsebrötchen heute kostet. Ich tippe auf 70 Cent. Sie korrigiert mich auf 1.15 €, ein Franz-Brötchen koste gar 1.75 €. Ich bin ungläubig und sage, da ist doch höchstens für 20 Cent Ware drin. Das ist doch Wucher! Aber sie berichtet auch, dass außer ihr nur noch ein Kunde im Laden stand, früher musste man Schlange stehen. Gut so, antwortete ich, die sollen an ihrem Zeug ersticken.

Für sehr viele von uns geht mehr als die Hälfte des Nettoeinkommens an Miete drauf, ein geisteskranker US-Präsident treibt die Benzinpreise und Zölle in unerträgliche Höhen und die Bäcker wollen nun auch auf schnellstem Wege reich werden. Solche Preissprünge sind mit nichts - außer mit Gier – zu begründen.

Die monatlichen Lebenshaltungskosten einer einzelnen Person liegen in Deutschland durchschnittlich bei etwa € 750 ohne Miete, die monatlichen Kosten für eine Familie mit vier Personen liegen durchschnittlich bei etwa € 1,900 ohne Miete. Da wird es eng, selbst bei einem Durchschnittsverdiener, vor allem dann, wenn er aufs Auto angewiesen ist. Da müssen schon beide Elternteile arbeiten. Was aber machen Alleinerziehende, Rentner und Geringverdiener? Nach dem Willen von Herrn Merz sollen wir jetzt auch deutlich mehr für unsere Krankenversorgung selbst tragen, was natürlich Rentner besonders trifft, da sie öfter krank sind.

Regierungen können im kapitalistischen System relativ wenig an den Preisschrauben drehen. Da müssen wir uns selber helfen. Noch genauer die Preise vergleichen und den günstigen Anbietern den Vorzug geben. Die Generation Z, die zwischen 1995 und 2010 Geborenen, werden oft negativ dargestellt, sie sind die ersten echten „digital natives“. Aber sie sind preisbewusst und recherchieren gründlich, bevor sie Kaufentscheidungen treffen, wie mehrere Jugendstudien ermittelten. Wehren wir uns alle. Bei offensichtlichem Wucher übrigens ist eine Anzeige bei der Polizei oder die Meldung an die Verbraucherzentrale möglich.

Ich wünsche Ihnen eine stressfreie Woche, aber bitte bleiben Sie achtsam.

·        

·        

·        

·        

·        

·