
USA und Trump werden überschätzt
Von der Seele reden
02.07.2026
Von der Seele reden – der Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller, Politik- und Medienwissenschaftler und Vorstand der „Stiftung: Christliche Werte leben“.
Jeden Donnerstag um 20:45 Uhr im Radio und bereits vorab hier den ausführlichen Kommentar online hören. Mehr Infos zur Stiftung auf www.christlichewerteleben.de
USA und Trump werden überschätzt
Israel und Iran kämpfen trotz des sog. Friedensabkommens, für das Trump steht, weiter. Iran will Israel zum Rückzug aus Südlibanon zwingen, denkt aber selbst nicht daran, seine Unterstützung für den Hizbullah zu beenden. Auch Trumps GAZA-Abkommen wird nicht umgesetzt.
In der Neuen Zürcher Zeitung lese ist: „Für den Orient typisch ist die Fata Morgana, jene Luftspiegelung, die am vor Hitze flirrenden Horizont eine Oase vorgaukelt. Nähert man sich ihr, entpuppt sich alles als Trugbild. Die Waffenstillstandsvereinbarung zwischen den USA und Iran scheint so eine Fata Morgana. Sein Friedensplan für Gaza ist eine Fata Morgana. Die Hamas gibt ihre Waffen nicht wie vereinbart ab, und Israel zieht sich nicht aus dem Gebiet zurück. Donald Trump passt gut in den Orient. Er versteht sich auf Illusionen. Lauter Märchen aus 1001 Nacht.“
Sicher: Trump ist ein schwerkranker Narziss ohne durchdachte Planung, zunehmend getrieben durch immer schlechter werdende Umfragen in den USA. Klar, wer großmäulige Versprechungen in die Welt setzt und die Preise im eigenen Land klettern ins Unermessliche, erntet Missbilligung und Hohn. Trump hätte seine Berater fragen sollen, welche Erfahrungen andere Präsidenten in der Region gemacht haben: Man denke an George Bushs Irakkrieg 2003, Ronald Reagan stürzte sich in den Sumpf des libanesischen Bürgerkriegs und zog schon bald darauf seine Truppen kleinlaut wieder ab.
Das gilt auch für viele diplomatische Initiativen. Bill Clinton hatte keinen dauerhaften Erfolg mit dem Friedensschluss zwischen Israelis und Palästinensern im Rosengarten des Weißen Hauses. Das von Barack Obama ausgehandelte Atomabkommen mit Iran scheiterte an der kriminellen Energie Teherans. Der Nahe Osten ist ein großes Grab für amerikanische Ambitionen.
Israel wird keiner Zweistaatenlösung mit den Palästinensern zustimmen, solange die Hamas als Hilfstruppe für Teheran agiert. Es behält die Kontrolle über das Westjordanland und hat wieder die Verfügungsgewalt über zwei Drittel von Gaza. Der Krieg hat Iran militärisch, wirtschaftlich und sicher auch innenpolitisch geschwächt. Es liegt aber in der Natur dieser islamistisch verbrämten Militärjunta, dass sie nicht nachgibt. Sie sinnt auf Rache. Und auch die religiösen Eiferer in der Regierung Netanjahu werden keine Friedensgeister wecken.
Deutlich aber wurde, dass Trump und die USA überschätzt werden. Ein wild wütender US-Präsident, der seine Freunde vor den Kopf tritt, wann immer es ihm beliebt, hat Gott sei Dank dazu geführt, dass sich Europa geopolitisch neu ausrichtet und versucht, sich von der US-Abhängigkeit ein Stück zu befreien. Leider wird das alles den Menschen im Nahen und Mittleren Osten nichts nützen.
Ich wünsche Ihnen eine Woche, in der sie nicht an so vielen Menschen verzweifeln, die immer wieder unschuldige Menschen auf ihrem zweifelhaften Wege opfern. Bleiben Sie bitte nur achtsam.
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