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Gespensterlaute Tag und Nacht

Der Lautsprecherkrieg zwischen Nord- und Südkorea

03.04.2025

Beängstigend klang es aus dem Radio: laute Geräusche, weit weg zwar, aber unheimlich: wie Geschnatter, Geschrei, Quietschen, dumpfe Schläge. Dann erzählten Menschen wie sie unter dieser dauerhaften Geräuschkulisse leiden, dass sie nicht mehr schlafen, Tabletten nehmen, die Männer mehr Alkohol trinken.

In dem tagesschau-Podcast 11 KM, der da gesendet wurde, ging es um den Lautsprecherkrieg zwischen Nord- und Südkorea. Die Nordkoreaner haben im letzten Sommer riesige Lautsprechertürme direkt an der Grenze zu Südkorea aufgebaut und bespielen diese unaufhörlich oder gerne ab 3 Uhr nachts mit diesem irrsinnigen Lärm. Was für ein Psychokrieg! Die Menschen in den vor allem betroffenen Dörfern werden schlicht wahnsinnig. Auch ihre Tiere leiden, sagen sie.

Vorangegangen waren ja hunderte von großen Ballons, die man mit Müll oder Fäkalien gefüllt über die Grenze nach Südkorea geschickt hat. Viele davon kamen tatsächlich an und zerplatzen auf dem Boden. Es sind leider recht einfache und wirksame Methoden eines Krieges ohne Kampfhandlungen.

Auch Südkorea wehrt sich mit haushohen Lautsprechern, die allerdings internationale Nachrichten oder populären K-Pop nach Nordkorea schallen lassen. Wenn man mal beiseite lässt, dass Nordkorea Soldaten in die Ukraine schickt und immer enger mit Moskau zusammenarbeitet, sind die ‚Gespensterlaute‘ wie die betroffenen Leute sagen, ein weiteres fieses Beispiel, wie Hass und Gewalt auch in diesem Teil der Welt eskalieren. Höchst beunruhigend!